Konzerte

Jazz Franco-Allemand feat. Hervé Meschinet im Jazz-Club Schloss Köngen 2026

Virtuoser Brückenschlag: Das „Jazz Franco-Allemand“-Quartett begeistert im Schloss Köngen

William Lecomte – Piano
Hervé Meschinet de Richemond – Flöten, Alto-Sax
Moritz Holdenried – Kontrabass
Hans Fickelscher – Drums

Historisches Ambiente und regionales Herzblut

Auf Einladung von Johannes C. Laxander, dem Vorstandsvorsitzenden des Jazz-Club Schloss Köngen, durften wir ein ganz besonderes Konzert besuchen. Als Veranstaltungsort und „Heimat“ des Clubs diente die ehemalige Hauskapelle des im 14. Jahrhundert erbauten Schlosses. Der große, hohe Raum bietet Platz für rund 100 Gäste und besticht durch eine intime Atmosphäre. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: An der Bar gab es kleine Speisen, die von zahlreichen ehrenamtlichen Helfer*innen frisch und mit regionalen Zutaten zubereitet wurden.

Ein Ensemble der Extraklasse im ausverkauften Haus

Mit diesem einladenden Ambiente im Rücken betrat ein Ensemble der Extraklasse die Bühne, um den ausverkauften Jazz-Club mit kraftvollem, swingendem und groovigem Jazz zu begeistern. Das Programm bot eine spannende Mischung aus Eigenkompositionen von Lecomte, Meschinet und Fickelscher sowie packend arrangierten Jazz-Standards. Auch ein Stück von Jens Loh stand auf dem Programm – der Bassist, der sonst fester Bestandteil dieser Formation ist, war an diesem Abend jedoch wegen Studioaufnahmen verhindert. Er wurde von dem jungen Bassisten Moritz Holdenried vertreten, der diese anspruchsvolle Aufgabe hervorragend meisterte.

Die vier Musiker kennen sich bereits seit Jahren aus unterschiedlichen Bandprojekten. Im Jahr 2023 gingen sie erstmals als festes Quartett auf Tour und wurden vom Publikum auf Anhieb gefeiert. Die musikalische Qualität dieser Besetzung ist kaum zu überhören.

Vier Ausnahmekünstler an den Instrumenten

Der französische Saxofonist und Flötist Hervé Meschinet ist besonders für sein virtuoses Flötenspiel bekannt. Er arbeitete bereits mit Weltstars wie Charles Aznavour und Michel Legrand zusammen. Am Flügel saß mit William Lecomte, ein Pariser Weltklasse-Pianist, Komponist und Arrangeur. Er studierte bereits mit 17 Jahren als Schüler des legendären Bill Evans und tourt seit drei Jahrzehnten mit Größen wie Jean-Luc Ponty oder Nigel Kennedy über die internationalen Bühnen.

Rhythmisch angetrieben wurde das Quartett von Hans Fickelscher, einem der vielseitigsten Jazz-Percussionisten Süddeutschlands, der unter anderem bei John Riley in New York studierte. Komplettiert wurde das Ensemble durch den bereits erwähnten Moritz Holdenried. Er ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Stuttgarter Jazzszene und an der dortigen Musikschule Kontrabass und E-Bass unterrichtet.

Unser Fazit

Wir hatten das Glück, diese großartige Formation – in der Originalbesetzung mit Jens Loh am Bass – bereits vor zwei Wochen in Böblingen zu erleben. Um Wiederholungen zu vermeiden, verweisen wir an dieser Stelle gerne auf unsere ausführliche Kritik des „Jazz Franco-Allemand“-Konzerts hier auf unserer Website.

Setlist

Sunday Afternoon (William Lecomte)
La Valse des Crayons (Patrice Caratini)
I will wait for you (Michel Legrand)
See you again (Hans Fickelscher)
Living in Chelsea (Hans Fickelscher)
Night in Tokyo (Hervé Meschinet de Richemond)
Still (Jens Loh)
Love your smile (Hans Fickelscher)
Cello Britten (J.B. Eisinger)
Matthieu (William Lecomte)
Zugabe:
Star light – Star bright (J.B. Eisinger)
Cantabile (Michel Petrucciani)

Portraits von William Lecomte / Hervé Meschinet de Richemond / Moritz Holdenried / Hans Fickelscher