1. Esslinger Alphorngipfel 2021 – Teil 2

Esslinger Alphorngipfel 2021 beim Dulkhäusle – Live Musik Esslingen – Teil 2

Rainer Bartesch – Fanfare und Hymne: Joachim Bänsch, Martin Roos, Patrik Gasser, Alphörner; Jakob Bänsch, Josef Herzog, tp 1 + 2; Andreas Frey, Horst Jaitner, flh 1 + 2; Matthias Schriefl, Tenorhorn; Johannes Bär, Bariton; Gabriel Vogel, Tuba

Katrin Vogel – Keimling: Katrin Vogel, Alphorn in F; Andreas Frey, Alphorn in Gb; Gabriel Vogel, Tuba

Felix Schrack – Alpess: Jakob Bänsch, Waltraud Prinz, Martin Roos, Alphorn; Clara Vetter, Klavier; Jonathan Sell, Kontrabass; Felix Schrack, Drums

Arkady Shilkloper – Four Brothers: Matthias Schriefl, Johannes Bär, Martin Roos, Waltraud Prinz, Alphorn

Egid Joechl – Run Caligula, Run!: Waltraud Prinz, Alphorn; Thomas Reil, cl; Andreas Rapp, as; Christof Baumbusch, Fagott; Joachim Bänsch, Horn; Jakob Bänsch, tp; Horst Jaitner, flh; Uli Röser, tb; Matthias Schriefl, Tenorhorn; Gabriel Vogel, Tuba; Felix Schrack, Schlagwerk; Burkhard Wolf, Leitung

Eberhard Budziat – My kind of Culture: Eberhard Budziat, Alphorn; Andreas Rapp, Altsax; Josef Herzog, Trompete; Uli Röser, Posaune; Fabian Hanke, Tuba; Joachim Scheu, Klavier; Yaron Stavi, Kontrabass; Lutz Gross, Schlagzeug;

Matthias Schriefl – Z’Hinterstoi: Matthias Schriefl, Soloalphorn 1 – Jazz-Solist; Johannes Bär, Soloalphorn 1; Alexander Morsey, Kontrabass; Joachim Bänsch, Alphorn 2; Horst Jaitner, Alphorn 3; Martin Roos, Alphorn 4; Andreas Frey, Alphorn 5; Jakob Bänsch, Alphorn 6; Julia Ströbel-Bänsch, Alphorn 7;    Peter Baumann, Theres Baumann, Corinne Schlup, Alain Zuber, Maya Weber, Alphörner in Gb/G

Zugabe Matthias Schriefl, Johannes Bär, Alex Morsey: Happy Alphorn

Die „Esslinger Alphörner“ sind: Uwe Eberspächer (Ltg.), Sigrid Eicken, Achim Jutz, Wolfgang Sczuka, Udo Böhmerle, Oliver Raach, Rainer Steib, Bernhard Kächele, Klaus Bindner, Ulrike Bantleon-Bader, Benni Korff, Ellen Lienert, Ute Richter, Eckhart Fischer (Ltg.)

Esslingen, 17.7.2021

Alphorngroove

Gespannt waren viele, die regelmäßig zu den sommerlichen Konzerten am Dulkhäusle kommen, natürlich auf die local heros. Felix Schrack stellte mit seinem Jazzquartett (u.a. Clara Vetter am Piano) „Alpess‘“ vor, seine Komposition für Band und drei Alphörner.  Und der Esslinger Posaunist, Bigband – Leader und inzwischen auch Alphornbläser Eberhard Budziat zeigte einen doppelten Spagat: Das Alphorn als Jazz – Soloinstrument, das sich mal integrierte ins Ensemblespiel mit Posaune, Tuba & Co, dann wieder herausstach, und dem Budziat auch kürzer geblasene, zackige Töne abverlangte. Und nebenbei – immerhin muss man so ein drei bis vier Meter langes Alphorn ja beim Auftritt auch handhaben – nebenbei war Budziat auch der Bandleader des Oktetts.

Geerdet und auf und davon…

Spätestens jetzt war die Groove – Stufe gezündet und als dann zum letzten Stück der Mann im gelb-rot-blau – karierten Anzug auf die Wiesenbühne trat und fragte: „Z´Hinterstoi“ wer weiß, was das heißt, (für Orts- und Alpen – Unkundige, es geht um den Ort Hinterstein am Fuß des legendären Alpengipfels Hochvogel) da ging die Alphornpost ab: Zehn Holzhörner und Alexander Morsey am Bass rasten durch die Welten, verbanden die Genres, spielten mit den Gegensätzen, zeigten Stakkatogebläse, holten wieder Luft, zeigten noch schnellere, hohe, schrille Töne. Das ruhige fast meditative Alphorn war fast verschwunden in diesem wilden Schlusstanz, in dem Bassist Morsey nicht nur seinen Bass pulsieren ließ, sondern als Stimmakrobat fauchte, krächzte und gurgelte. Schier unglaublich, wie Matthias Schriefl und Johannes Bär aus dem Bregenzerwald machmal auf zwei Instrumenten gleichzeitig blasend, sich immer noch ein Runde höherschrauben. Ziemlich irre, und das alles auf diesen tieftönenden riesigen Holzinstrumenten. Whow! Oder: Sauber!

Und als Matthias Schriefl nach dem Auftritt sein Alphorn auseinanderbaut und in das Futteral steckt, da sagt er nicht nur diesen Satz, dass der Alphorngipfel ist „wie auf Drogen“, sondern, dass das Alphorn für ihn auch Erdung und Heimat bedeutet. Eine ziemliche lebendige Heimat, so wie sich das angehört hat.

Tom Hagenauer

Unser Festivalbericht: 1. Esslinger Alphorngipfel 2021 – Teil 1