Robin McKelle im Jazzclub Bix Stuttgart 2026

Robin McKelle (voc)
Jonathan Thomas (keys)
Blake Meister (bass)
Diego Ramirez (drums)
Stuttgart, 25.3.2026
Eine Hommage an Jazzlegenden im ganz eigenen Stil
Wenn man zu einem Konzertabend der US-Sängerin Robin McKelle, die schon des Öfteren auf der Bix-Bühne stand, geht, erfährt man den unermesslichen Reichtum der US-amerikanischen Musik. Manchmal sind es spezielle Konzertabende, wie zum Beispiel „A Tribute to Ella Fitzgerald“, aber diesen Abend soll es eine Reise werden, die sich zwischen Jazz, Blues, Soul und Swing bewegt, wie die Sängerin gleich zu Anfang bemerkt. Und so beginnt die Konzertreise locker swingend und entspannt. Die musikalischen Begleiter McKelles`s stellen sich mit kurzen Solos gleich mal vor und die Spielfreude und Virtuosität ist sofort erkennbar.
McKelle hat von Kindesbeinen an musikalische Wurzeln in viele Richtungen geschlagen. Die 50zig-jährige Sängerin hatte sehr musikalische Eltern und erhielt bereits mit fünf Jahren klassischen Klavierunterricht, zudem erlernte sie zehn Jahre lang das Spiel am Flügelhorn. Schon in ihrer Kindheit wurde sie von Sängerinnen wie Aretha Franklin, Gladys Knight oder Nina Simone beeinflusst. So nach und nach wandte sie sich der Jazzmusik zu und absolvierte 1999 ihr Masterstudium am Berklee College of Music.
Sie machte sich schnell einen Namen in der Szene, belegte 2004 den dritten Platz beim Thelonious Monk Vocal Jazz Competition und arbeitete in den Folgejahren mit musikalischen Größen wie Wayne Shorter, Herbie Hancock, Bobby McFerrin oder David Bowie zusammen. Als Leadsängerin des Boston Pops Orchestra interpretierte sie klassische amerikanische Songs im Big Band Sound, was 2006 auf ihrem Debutalbum „Introducing Robin McKelle“ verewigt wurde.

Musikalische Vielfalt in ihrer schönsten Form
Auf ihren zahlreichen Alben hat die Sängerin schon gezeigt wie vielfältig ihr Repertoire ist und wie ideenreich sie Songs von den Beatles, den Bee Gees, Leonard Cohen, Janis Joplin, Carole King oder Billie Holiday interpretieren kann. An diesem Abend präsentierte sie neben den eigenen Kompositionen unter anderem Songs von Lana Del Rey, Sade und ganz im speziellen von Jazz-Ikone Ella Fitzgerald. „Ellas Musik war mein Zugang zum Vocal-Jazz und von ihr habe ich so so viel gelernt“ erzählt die Sängerin.
Mit ihrer gereiften Stimme und vollgepackt mit viel Lebenserfahrung, interpretiert sie Ella’s Songs mit neuer Tiefe und in einem ganz persönlichen Stil. Jede Notenzeile birgt eine Geschichte in sich, jedes Lied trägt Spuren von Liebe, Verlust, Sehnsucht und Hoffnung. Sie setzt dabei auf durchdachte Arrangements und feinsinnige Musikalität, die diesen zeitlosen Standards zu neuem Leben erwecken. Es ist kein distanziertes Konzert, sondern ein intensives Erlebnis, es ist Musik in ihrer pursten Form, getragen von der Virtuosität und Spielfreude der Band, ganz im speziellen verzückt Jonathan Thomas am Klavier mit seinen instrumentalen Ausflügen das Publikum.

Eine magische Bühnenpräsenz die elektrisiert
Vom Jazz zu Country zu Rhythm & Blues – Robin McKelle hat ihre Live-Konzerte und auch ihre Karriere darauf aufgebaut, die ganze Bandbreite US-amerikanischer Musik zu erkunden. Sie zieht das Publikum mit ihrer vielfältigen, variablen Stimme in den Bann, diese fließt mühelos durch die Melodien und haucht den klassischen US-Songs neue Energie ein. Die Übergänge zwischen lebhaften Tempi und gefühlvollen Balladen lassen das Publikum nicht mehr los. Gefeiert für ihre Kunstfertigkeit, weckt sie Nostalgie und erkundet gleichzeitig neue Wege. Dieser Auftritt ist wie eine denkwürdige Reise durch das Herz des Jazz, die verzaubert und noch lange in einem nachklingt.

Und so ist ein Konzertabend mit Robin McKelle kein gewöhnlicher, es ist eine musikalische Reise durch Stilvielfalt, durchsetzt von Emotionen und von zeitloser Eleganz. Die Sängerin besticht durch ihre Bühnenpräsenz, ganz Besonders nochmal am Schluss des Abends, als sie eine ganz persönliche Version vom Ray Charles Klassiker „Halleluja, I just love her so“ aus dem Hut zaubert. Magisch eben! Das Publikum verlässt sie mit einem Lächeln, verzaubert von ihrer Energie und ihrem Talent.
Text und Fotos Harald Kümmel
