Gee Hye Lee Trio feat. Bänsch & Kuhn im Mauerwerk Herrenberg 2026

Gee Hye Lee – Piano
Joel Locher – Kontrabass
Silvio Morger – Schlagzeug
Jakob Bänsch – Trompete
Sandi Kuhn – Tenorsaxophon
Herrenberg, 29.3.2026
Die Sonne geht im Osten auf
…meint, dass die aus Seoul (Südkorea) stammende Pianistin Gee Hye Lee genau diese Strahlkraft innehat.
Der Herrenberger Jazz Frühling findet am 29. März mit dem Gee Hye Lee Trio und besonderen Gästen im Mauerwerk seinen runden Abschluss
Wie nicht anders zu erwarten, endete das gut einwöchige Jazzfestival von Jazzin‘ Herrenberg mit einem besonderen Leckerbissen, wenngleich auch die vorangegangenen Konzerte nicht minder spannend und hochwertig waren. Dem Veranstalter sei Dank für ein überaus gelungenes Festival.
Gee Hye Lee begann bereits im Alter von drei Jahren mit dem Klavierunterricht und erhielt früh mehrere Auszeichnungen als klassische Pianistin, bevor sie mit 16 Jahren vom klassischen Fach zum Jazz wechselte. An der Stuttgarter Musikhochschule und am Berklee College of Music erhielt sie schließlich den letzten Feinschliff und machte im Ländle schnell auf sich aufmerksam.

Plus zwei innovative Spielkameraden
Am Konzertabend hatte sie ihr Trio um zwei besonders innovative Spielkameraden ergänzt: Jakob Bänsch und Sandi Kuhn. Zusammen legten sie mit „Introduction & A Journey of Nonsense“ einen frischen Start hin, bei dem Bänsch und Kuhn gleich ihren wilden Unisono-Koffer öffneten und der Tenorsaxophonist schwebend in High Note-Lüfte abhob. „My Favourite Things“ kam in einer rhythmisch vertrackten Version mit einem Tenorsax, das und mit der Ballade „Sangee“ (Sandi und Gee) , geprägt von schönen Zweistimmigkeiten (Trompete und Tenorsax) wieder Bodenhaftung erlangte. „How High The Moon“ mit bebopartigen Unisono Licks wurde zur Spielwiese Bänsch‘s, der sich nach einer vorangegangenen langen Theaterhaus Jazztage -Nacht keinerlei Müdigkeit anmerken ließ und mit einem explosiven Solo glänzte. Danach hieß es erst mal „runterkommen“, was Lee mit einem lyrischen Piano-Solo, zwischen Verdichtungen und zarten Melodien atmend, mit „Encounters“ bestens gelang.

Korea here we come
„Korea here we come“ hieß es nach der Pause und die Besucher kamen ebenfalls zurück auf ihre Plätze, angelockt von gospelartigen Grooves. Ein weiteres Mal durfte sich Bänsch austoben, sehr zum Genuss aller Anwesenden! Nach einem á capella Tenorsax/Drum Solo jubilierte Kuhn abermals mit High Notes, die er spielerisch beherrscht wie nur wenige seiner Zunft. Nach dem Sturm muss Ruhe folgen oder wie in diesem Fall ein sehr melodisches Piano; in „Mannam“ flächig und intensiv zelebriert. „Seoul my Soul“ begann mit einem knackigen Trompetensolo, gefolgt von Piano, das die ganze Extraklasse ihrer Spielerin aufzeigte.
Nach der zärtlichen Ballade „Letter to her“, für die Mama in Korea geschrieben, ging es dem Ende des Konzertes entgegen. „For Today“ bot Raum für polyrhythmische Drum-Figuren und einen jubelnden Abschluss, der aufgrund der Zugabe natürlich noch keiner war. „Cottage On an Isle“ mit leisen Tönen war bestens für einen positiven Absacker geeignet, nach welchem die Besucher mit verklärter Mine den Ort des Geschehens verließen.

Text und Fotos Bernd Epple
Portraits von Gee Hye Lee
Portraits von Joel Locher
Portraits von Silvio Morger
Portraits von Jakob Bänsch
Portraits von Sandi Kuhn
