Konzerte

Meshuga Baby Emma Smith bei den jazz open stuttgart 2026

Humorvolles Entertainment und vokale Brillanz im Jazzclub Bix

Emma Smith – vocals
Sam Watts – piano
Conor Chaplin – double bass
Steve Brown – drums

Stuttgart, 11.7.2026

Emma Smith – ein Star mit Charme & Witz

Die Londoner Sängerin Emma Smith präsentierte gemeinsam mit ihrem exzellent besetzten Trio ein Konzert, das musikalische Klasse, humorvolles Entertainment und vokale Brillanz auf eindrucksvolle Weise miteinander verband. Schon beim ersten Song wurde deutlich, warum Emma Smith zu den gefragtesten Jazzsängerinnen ihrer Generation zählt. Ihre Stimme besitzt eine seltene Mischung aus Wärme, Kraft und Eleganz. Mit müheloser Selbstverständlichkeit bewegt sie sich durch einen beeindruckenden Tonumfang, wechselt sicher zwischen tiefen, samtigen Passagen und strahlenden Höhen und verleiht jedem Song ihre ganz persönliche Handschrift.

Das Programm spannte einen weiten Bogen von klassischen Jazzstandards bis hin zu modernen Interpretationen. Besonders „April in Paris“ entwickelte sich zu einem Glanzpunkt des Abends. Mit eleganter Phrasierung und feinem Gespür für die Melodie ließ Emma Smith den berühmten Standard in neuem Licht erscheinen. Pianist Sam Watts setzte dabei mit geschmackvollen Harmonien glänzende Akzente, während Conor Chaplin und Steve Brown den Song mit federndem Swing und großer Leichtigkeit trugen.

Nicht weniger eindrucksvoll klang „One Note Samba“ von Antônio Carlos Jobim. Mit spielerischer Präzision meisterte Smith die rhythmischen und harmonischen Raffinessen des Bossa-Nova-Klassikers. Ihre virtuosen Scat-Improvisationen wirkten dabei niemals als Selbstzweck, sondern entwickelten sich zu einem lebendigen Dialog mit dem Trio. Gerade diese Momente sorgten für begeisterten Szenenapplaus und zeigten eindrucksvoll ihre außergewöhnliche musikalische Flexibilität. Einen emotionalen Akzent setzte „That’s Life“, jener durch Frank Sinatra weltberühmt gewordene Klassiker. Emma Smith verlieh dem Song eine ganz persönliche Note: kraftvoll, humorvoll und gleichzeitig mit einer feinen Portion Melancholie. Ihre Interpretation bewegte sich souverän zwischen Big-Band-Flair und intimem Clubjazz.

Emmas „Bitter Orange“

Zu den originellsten Momenten des Konzerts zählte eine gelungene Überraschung, die Version von „Faith“ von George Michaels. Was im Original als eingängiger Popsong bekannt ist, verwandelte das Quartett in ein raffiniert arrangiertes Jazzstück. Emma Smith zeigte dabei eindrucksvoll, wie selbstverständlich sie Popmaterial in den Jazzkontext integrieren kann, ohne dessen Charakter zu verlieren.

Auch Kompositionen ihres aktuellen Albums „Bitter Orange“ (2025) fanden ihren Platz im Programm. Die neuen Stücke zeigen Emma Smith als vielseitige Künstlerin, die sich zwar der großen Jazztradition verpflichtet fühlt, diese jedoch mit modernen Einflüssen und einer unverwechselbaren Persönlichkeit verbindet.
Der Höhepunkt es abends war, als spontan Gastmusiker auf die Bühne kamen, die zuvor mit Joss Stone auf dem Schlossplatz standen. Der Trompeter Tom Walsh und der Saxofonist James Gardiner-Bateman begleiteten das Ensemble einen Song lang und gaben ein Solo zum Besten. Emma Smith wurde nicht müde, die langjährige Verbundenheit zu allen Musikern, die auf der Bühne waren, immer und immer wieder zu betonen.

Doch Emma Smith überzeugte nicht allein als Sängerin. Sie ist eine geborene Entertainerin und feurige Rednerin. Sie zeigte sich divenhaft, im roten Abendkleid, mit roten Handschuhen und perfektem Styling. Mit typisch britischem Humor, charmanter Selbstironie und koketter Bühnenpräsenz bezog sie das Publikum immer wieder in ihre Moderationen ein. Ihre lockere Art wirkte niemals aufgesetzt, sondern verlieh dem Konzert eine persönliche Note.

Mit ihrer außergewöhnlichen Stimme, ihrer musikalischen Intelligenz und ihrer charmanten Bühnenpräsenz verwandelte sie den Abschlussabend der Jazz Open in ein Konzert voller Eleganz, Humor und Swing.

Bianca Schmied & Pauline Ruhe

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