Classic Rock Night mit Mothers Finest beim Winterbach Zeltspektakel 2026
Act 2: Funkrock-Band Mothers Finest
Joyce Kennedy – Gesang
Glenn Murdock – Gesang
Kendria Bailey – Background Gesang
April Bennett – Background Gesang
Jerry Seay – Bass
Gary „Mo Moses“ Moore – Gitarre
John Hayes – Gitarre
Dion Murdock – Schlagzeug
Kraftvoll wie eh und je
48 Jahre ist es nun schon her, dass die Funkrock Formation Mothers Finest in Europa bekannt wurde. Durch ihren Auftritt bei der zweiten ARD-Rockpalast-Nacht in der Essener Grugahalle haben sie schnell Kultstatus erreichte. Man durfte gespannt sein, ob diese unfassbare Energie, die diese Formation in den Siebzigern auf die Bühne zauberte noch vorhanden war. Doch bereits nach den ersten Sekunden des Auftritts waren alle Zweifel vom Tisch. Die inzwischen 76-jährige Leadsängerin Joyce Kennedy tobt wie ein Derwisch über die Bühne, die Stimme kraftvoll wie eh und je und mit dem zweiten Leadsänger Glenn Murdock an ihrer Seite konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen.
Neben diesen Beiden sind die fantastischen Gitarristen Gary `Moses Mo` Moore und John Hayes von Originalbesetzung noch übrig-geblieben. Verstärkt wurde die Band durch zwei hervorragende Backgroundsängerinnen (Kendria Bailey und April Bennett) und der Rhythmusfraktion bestehend aus Jerry `Wyzard`Seay und dem Schlagzeuger Dion Murdock. Die Präsenz von Joyce Kennedy ist immer noch schier unglaublich. Ihren dünnen Leopardenmantel zieht sie bereits beim Opener „Burning Love“ aus, und das schwarze Lederkorsett kommt zum Vorschein. Stimmlich wurde sie schon immer mit Tina Turner verglichen, und diese Ähnlichkeit ist auch an diesem Abend frappierend.
Another Mother Further
Die Spielfreude von Mother’s Finest überträgt sich schnell auf das meist ältere Publikum. Das Album „Another Mother Further“ aus dem Jahr 1977 zieht sich wie ein roter Faden durch einen kurzweiligen Auftritt der Band. Nach vier Songs gesellt sich Ehemann Glenn „Doc“ Murdock, bekleidet mit Trainingsanzug, dazu und mit “Mickey´s Monkey“ zelebriert das Gesangspaar den puren Soul, der bis ins hinterste Eck des Zeltes für Ekstase sorgt. Es ist ein unfassbarer stimmlicher Schlagabtausch der beiden Gesangsprotagonisten, der gelegentlich durch die krachenden Gitarrensolos von Moore und Hayes durchbrochen wird.
Am Schluss der Setlist kommt es natürlich zum musikalischen Inferno mit “Baby Love“, ein Song der immer noch diese kraftvolle Energie ausstrahlt wie vor fünf Jahrzehnten, was nicht zuletzt auf die enorme Spielfreude der Band zurückzuführen ist. Mit dem Jefferson Aiplane Hit “Sombody To Love“ als Zugabe entlässt Mothers Finest das inzwischen völlig ekstatische und wahrscheinlich nassgeschwitzte Publikum aus dem Zelt um den Flüssigkeitshaushalt an den diversen Getränkeständen wieder aufzufüllen.
Text: Harald Kümmel
Fotos: Bettina Meister
Hier gehts zu Act 1: Mothers Finest und demnächst zu Act 3: Uriah Heep der Classic Rock Night















