Konzerte

European Jazz Night bei den Theaterhaus Jazztagen Stuttgart 2026

Jakob Manz (as)
Nesrine (cello, voc)                                      
Shuteen Erdenebaatar (p)                             
Nils Kugelmann (b/cl)

Stuttgart, 3.4.2026

Ein Abend der Superlative. Jakob Manz lässt mit ‚Sounds between two worlds‘ tief in seine Musikerseele blicken

Ein Highlight der Theaterhaus Jazztage 26 war dieser Karfreitag-Abend allemal. Denn das Ausnahmetalent Jakob Manz präsentierte mit seinen 6 Begleitmusikern eine große Bandbreite seines musikalischen Schaffens

Der Landesjazzpreisträger 2022 hatte sich nach seiner Einladung zu den Theaterhaus Jazztagen ein besonderes Programm ausgedacht. Er wollte Einblick in seine zwei musikalischen Welten gewähren, wobei es sicherlich mehr als zwei sind, wie sein Bühnenauftritt verriet. Für die stillere und Melodie-durchwobene Welt scharte er die mongolische Pianistin Shuteen Erdenebaatar, deren Bass-Spiel- und Lebenspartner Nils Kugelmann und die algerienstämmige französische Cellistin und Sängerin Nesrine um sich. Zunächst erschien Kugelmann alleine auf der Bühne und produzierte mittels diverser Pfeifen ein Vogelgezwitscher in das sich Manz mit Sax-Phrasen aus dem Hintergrund sukzessive einbrachte. Schließlich entwickelte sich daraus ein Kontrabass/Saxophon-Duo, das sich bald durch Erdenebaatar’s Pianoeinsatz zum „Frühsommerseele“-Intro entwickelte.

Das Warm Up war gelungen. Danach griff Manz zur Blockflöte und Kugelmann tauschte seinen Kontrabass gegen eine Kontra-Alt-Klarinette. Was folgte waren „herzzerreißende Melodien“, wie Manz diese bezeichnete. In der Tat wirkten diese wie musikalische Widerspiegelungen von weiten Landschaften, blauem Himmel und vorüberziehenden Schönwetterwolken.

Nesrine – eine komplette Musikerin

Als Nesrine die Bühne betrat und das Trio mit ihrem Cello ergänzte, durfte das Publikum weiter in Träumen schwelgen und mit Staunen Manz‘ körperbetonte Altsaxophon-Höhenflüge genießen. Im weiteren Verlauf zeigte Nesrine dass sie nicht nur eine hervorragende Cellistin ist, sondern auch eine facettenreiche Sängerin. Einfühlsam, energie- und kraftvoll ließ sie aufhorchen. Neben Anklängen an ihre arabischen Wurzeln sind auch Passagen im Stile einer großen Bluessängerin von ihr zu hören. Dazu schlug sie die Saiten akkordgreifend wie ein Gitarrist an. Ihre Stimme ging tief unter die Haut und manch ein Besucher hatte wohl mit Tränen zu kämpfen angesichts einer Gesamtdarbietung, die kaum zu toppen war. „Der nächste Song ist ausnahmsweise von mir. Wenn’s euch nicht gefällt, bleibt in der zweiten Hälfte einfach weg“, witzelte Manz gegen Ende von Teil Eins – alle blieben gerne.


Under the Sea“ begann mit einem sonnigen Piano/Cello Intro, bevor die Manz‘sche Handschrift wieder Raum einnahm. „Unexpected Love“ von Nils Kugelmann rundete schließlich diesen ersten Vortrag des Abends ab. Die Nummern, allesamt wunderschön, wirkten meditativ und trafen voll und ganz den Nerv des Publikums, das sich mit Standing Ovations erhob und damit einen meditativen Vortrag honorierte, der gut auch auf Schlagzeug und einzeln beklatschte Soli verzichten konnte.

Bernd Epple

Nach der Pause die zweite Welt am selben Ort: The Jakob Manz Project folgt

Portraits von Jakob Manz

Portraits von Shuteen Erdenebaatar

Portraits von Nils Kugelmann