Gastbeitrag

Dr. Mablues beim Bluesfestival Sindelfingen der IG Kultur 2026

Am vorletzten Oktober-Wochenende stand Sindelfingen im Zeichen des Blues. Den Auftakt zum dreitägigen Festival machte Dr. Mablues & the detail horns. Hier Konzertfotos und Review vom Auftritt im Pavillon.

Dr. Mablues beim Bluesfestival Sindelfingen der IG Kultur 2026
Dr. Mablues

Gaz: Gesang, Gitarre (Bandleader und Gründungsmitglied)
Martin Hofpower: Gitarre
Thomas L. Mathessohn: Bass, Gesang (Gründungsmitglied)
Thommy K. (Thommy Keltsch): Schlagzeug (Gründungsmitglied)
Steff Illing (Steff Illing-Finné): Piano, Orgel, Gesang
J.R. Bloody Lips: Posaune, Gesang
Boris „Bobo“ Hartmann: Tenor-Saxophon
Michael „Silverwood“ Forstner: Bariton-Saxophon
Ralf Otto Reichert: Trompete (verpflichtet im April 2025)
Volker „Elvis“ Rischmüller als Special Guest

Dr. Mablues verschreibt Bewegung und gute Laune

Sindelfingen, 23.10.2026. Dr. Mablues verschreibt Bewegung und gute Laune und gibt dazu reichlich Anleitungen. Die Besucher lösen die Rezepte gerne ein.

Die Band hat sich nach dem literarischen Bösewicht Dr. No benannt und ist unter anderem beim Montreux Jazz Festival und dem Bridgeport Rhythm ‘n‘ Blues-Festival in den USA aufgetreten. Die Blueser teilten sich die Bühne unter anderem mit Blood, Sweat & Tears oder Wilson Picket. Am Freitagabend standen die 9 (+1) Musiker auf den Brettern der Pavillon-Bühne und taten das was sie bereits seit 40 Jahren tun: Sie ließen eine energiegeladene Blues-, Rock- und Soul-Show vom Stapel.

Dr. Mablues beim Bluesfestival Sindelfingen der IG Kultur 2026
Dr. Mablues Bläser

Mit grenzenloser bläserbetonter Bandpower, A Capellas und dem wiederauferstandenen Elvis als Special Guest hatten sie das Publikum im Handumdrehen. Mit „Long Long Lonely Time“ startete die Formation volles Rohr mit vierköpfigem Gebläse, zwei E-Gitarren und der Bluesröhre Gaz‘. Die rhythmusbetonten Verrenkungen der neun Herren holten spätestens bei der zweiten Nummer die Besucher von ihren Stühlen.

Dr. Mablues - Gitarristen beim Bluesfestival Sindelfingen der IG Kultur 2026
Dr. Mablues Gitarristen

Dann war Party angesagt, garniert von den launigen und humorvollen Ansagen in eingedeutschtem Schwäbisch oder Original-Dialekt. „A weng d’schbähd (ein wenig zu spät)“ kam dieser Titel nach den englischsprachigen Texten allerdings nicht. Rechtzeitig genug, um auch das Publikum zu einer „Call/Response“ Mitmachaktion zu animieren. Der Aufforderung „CelebrateThe Day“ (Titeltrack der aktuellen CD) kamen alle gerne nach.

mit Dr. Mablues tanzen beim Bluesfestival Sindelfingen der IG Kultur 2026
Mit Dr. Mablues tanzen

Eine erstklassige Live-Band mit energiegeladener Bühnenshow

Den Blues im Herzen und in der Kehle wechselten die Leadstimmen während der gesamten Show immer wieder; zuvorderst Gaz, J.R. Bloody Lips, T.L. Mathessohn und später natürlich V. Rischmüller. Doch auch der Chorgesang stand da wie eine Eins: Versierte A Capella-Einlagen der gesamten Besetzung bekräftigten, dass die Bluesrock-Bigband mehr draufhat, als mit scharfen Bläserriffs und jaulenden E-Gitarren der Lethargie keine Chance zu geben. Die Instrumental-Soli kamen kurz und knackig, was dem Gesamtkonzept jedoch keinen Abbruch tat. Die Stärke lag eindeutig im Kollektiv und das peitschte gewaltig ein. Zudem gaben humorvolle Dialoge auf der Bühne und mit dem Publikum („Du bist ein geiles Publikum!“) das Salz in der Suppe.

Die Sänger bei Dr. Mablues beim Bluesfestival Sindelfingen der IG Kultur 2026
Die Sänger

Elvis The Pelvis

Als ob das „Fever“ längst nicht schon alle ergriffen hätte, war die Stimmung nach der Pause auf dem Höhepunkt als der „Leib“haftige Elvis in Gestalt von Volker Rischmüller die Bühne betrat und mit Titeln wie „Viva Las Vegas“ oder „In The Ghetto“ den King unsterblich machte. Im Bluesbrothers-Stil und in Hochgeschwindigkeit ging’s dann nach New Orleans („Down in New Orleans“). Einmal mehr jagte bei „Stop Talking Rot“ Martin Hofpower mit seiner Fender Stratocaster Gitarren-Licks vom Feinsten ins tanzende Publikum. Sollte das wirklich das letzte Stück der Show sein? Die Bluesdoktoren durften natürlich längst keinen Feierabend einläuten und wurden noch zweimal auf die Bühne zitiert.

Die ultimative Medizin für Augen, Ohren und Lachmuskeln hatte angeschlagen!

Text und Fotos Bernd Epple

Direkt zum Programm des Pavillon der IG Kultur