Clubnight Baden Württemberg – jazzahead! 2024

Bremen, 12. April 2024

Wie jedes Jahr bot die jazzahead! CLUBNIGHT 2024 Musik aus aller Welt in rund 35 Spielstätten. Clubs, Bars, Theater, Museen, Kirchen und Hotels wurden in dieser langen Jazznacht zu Live-Locations. Schwerpunktthemen der Messe sind Bands aus den Niederlanden und aus Afrika. Sessions bis tief in die Nacht waren möglich…

Mit dem All-in-One Ticket bekam man Zugang zu allen Spielstätten. Der VBN – Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen verband sie alle. Im Rahmen der CLUBNIGHT war auch das Ausleihen von WK-Bikes sowie der MyFiets Fahrräder auf dem Gelände der MESSE BREMEN möglich.

Drei Konzerte des Jazzverband Baden-Württemberg im Courtyard by Marriot Bremen haben wir besucht:

Miriam Ast Trio

Miriam Ast (voc)
Martin Sörös (p)
Veit Steinmann (clo)

Mutige Jazz-Arrangements

Miriam Ast aus Stuttgart präsentierte mit dem Pianisten Martin Sörös und dem Cellisten Veit Steinmann mutige Jazz-Arrangements von europäischen Volksliedern. Sie kreierten Klangwelten, bei der sich Liedkomposition mit intensiven Improvisationen verwebten. Auf ihrem Album „Tales & Tongues“ zum nachhören empfohlen.


Lisa Wilhelm Quartett

Lukas Wögler (sax)
Moritz Langmaier (p)
Franz Blumenthal (b)
Lisa Wilhelm (d)

Hochkultiviert und elegant

Maultäschle goes Bremer Labskaus: Gleich drei Acts hat der Jazzverband Baden-Württemberg mit nach Bremen gebracht. Im Courtyard by Marriot Bremen wird das zweite Set vom Lisa Wilhelm Quartett bestritten. Hochkultiviert und elegant ist das musikalische Angebot dieser Band. Sie vermag durch rhythmische Verschiebungen eine mysteriös-nervöse Atmosphäre erzeugen, wie etwa im Stück Cent Pin Sec. Das geschmackvolle und feinnervige Spiel der Bandleaderin, der sanfte Ton und die eleganten Melodien Lukas Wöglers am Sax,  Pianist Moritz Langmeiers versonnene Akkordik und Bassist Franz Blumenthals Souveränität erzeugen einen anregenden und stimulierenden Cocktail. 

Wolfgang Fricke


Larceny

Julian Drach (sax)
Moritz Langmaier (p)
Pauli Reinert Poulsen (g)
Jan Mikio Kappes (b)
David Giesel (d)

Nur eine weitere Variation?

Larceny, so erklärt der Bandleader zu Beginn des Auftritts, bedeutet Diebstahl: Nichts Anderes schließlich wäre es, was er und seine Kollegen auf der Bühne betreiben. Seine Musik sei, sinngemäß wiedergegeben, schließlich nur eine weitere Variation des bereits gehörten und vorhandenen. Nach dieser offenherzigen Selbstbezichtigung und -verzwergung bringt die schwäbische Combo gewissermaßen fette Beute zu Gehör. Pianist Moritz Langmeier ist gleich auf seinem Hocker sitzengeblieben, er drückt auch hier auf seine verhaltene Art die Tasten. Eigens für diesen Auftritt von den Färöer-Inseln eingeflogen: Gitarrist Pauli Reinert Poulsen. Solide Kompositionen mit ruhigem Puls und eingängigem Thema sind Grundlage für solistische Ausflüge Julian Drachs, der die Klappen seines Horns sowohl melancholisch wie abstrakt-expressiv zu betätigen weiss. Angenehm ins Ohr gehende, hypnotische Ostinati, sehnsuchtsvolle Unisono-Passagen und gelegentliche kakophonische Steigerungen sind Teil des Soundsspektrums der Band, deren Drummer David Giesel sowohl mit Sticks, Besen und Filzschlegeln und dem Bassisten Jan Mikio Kappes die Spur hält.

Wolfgang Fricke

Unser Konzertbericht der Clubnight Baden-Württemberg 2023