Anna Ohlmann – „eclosion“

Anna Ohlmann präsentiert ihr erstes Album: „eclosion“

eclosion von anna ohlmann
eclosion von anna ohlmann

Eclosion – das Schlüpfen aus dem Kokon

Anna Ohlmann – Piano

Die junge Pianistin Anna Ohlmann hat ihre erste CD im Selbstverlag herausgebracht und auch wirklich fast alles selbst gemacht: Neben den Kompositionen, die ausnahmslos von ihr stammen, hat sie die 10 Stücke solo am Piano eingespielt, das Cover gestaltet und auch die Produktion eigenständig verantwortet. Nicht schlecht für den Anfang!
Der Titel der CD „Eclosion“ bedeutet das Schlüpfen aus einem Kokon und steht wohl für das Zurechtfinden, das Hineintasten in eine neue künstlerische Welt.
Anna Ohlmann kommt von der bildenden Kunst und ist am Piano eigentlich eine Autodidaktin, die allerdings so manche musikalische Aus- und Fortbildung absolviert hat. Bei Liveauftritten rezitiert sie eigene lyrische Texte, die mit der Musik in Verbindung stehen, ohne dass sie die Texte der Songs wären. Sprache, bildende Kunst und Musik stehen bei ihr nicht isoliert, sondern nehmen aufeinander Bezug und so kann die Künstlerin all ihre Fähigkeiten und Talente zu einem Ganzen verbinden.

Anna Ohlmann

Dem Klavierspiel von Anna Ohlmann hört man ihre Herkunft aus der Klassik an, dennoch ist ihre Hinwendung zum Jazz gelungen. Sie ist von der Ausdrucksfähigkeit des Jazz fasziniert und versucht weg von klassischen Notierungen zu kommen und freier zu werden. Auf der CD ist sie diesbezüglich etwas mutlos.
Mit wenig unterschiedlichen Klangfarben breitet die Pianistin Traumlandschaften aus und schafft eine fast meditative Atmosphäre. Beim Durchhören wirkt alles aber ein wenig flächig, Rhythmus und Dynamik fehlen etwas. Die Songs sind wie Popsongs konzipiert, mit „Hooklines“, die immer wieder variiert auftauchen und den Kompositionen Struktur geben. Besonders schön findet man das in den Stücken „flucht“ und „graveyard of snow“.
Pianistisch ist alles sehr klar und schön eingespielt, das Klavier klingt allerdings ein wenig zu hart. Bei ihrer Spielweise hört man deutlich die Figuren der linken und rechten Hand, das fließt nicht so richtig ineinander, der Flow fehlt etwas.
            Fazit: Eine schöne Musik für Fans des Minimalistischen und Meditativen – und für alle, die bei verschiedenen Facetten des Schlüpfens zuhören wollen.

Helmut Hugo Burkhardt

Portraits von Anna Ohlmann