Konzerte

Jubiläumskonzert 40 Jahre Jazzverband BW im Theaterhaus Stuttgart 2026

Die Zukunft des Jazz ist gesichert: Das Landesjugendjazzorchester begeistert beim Jubiläum im Theaterhaus

Landesjugendjazzorchester BW:
Trompeten: Cristin Leber, Fabio Di Marco, Lars Krech, Frederik Steinhagen, Dennis Dörflinger, Jakob Wacke
Posaunen: Robert Gierer, Lucius Fondermann, Immanuel Bach, Hendrik Zitterbart, Pascal Flaig, Moritz Metzler
Saxophone: Lotta Blum, Iliia Vasylynets, Luis Stauss, Raffaele Günthner, Alida Hitzeroth, Michael Weber, Joalenn Kindermann
Piano: Leo Haasis, Hugo Eisenberg
Gitarre: Dario Vernuccio
Bass: Helen Lengsfeld, Benedikt Birkert
Drums: Amelie Stapf, Jan Hauf, Hendrik Späth
Vocals: Lola Gewiese, Luisa Schwarz, Nelli Koppanyi
Leitung Klaus Graf

Gäste:
Gregor Hübner (Violine)
Anne Czichowsky (Vocal)
Christian Neuhaus (Gitarre)

Eine lebendige Szene: 40 Jahre Jazzverband Baden-Württemberg

In den 45 Jazzclubs in BW werden jährlich 2000 Konzerte und 21 Festivals von ca. 180.000 Jazzfans besucht. Diese beeindruckenden Zahlen bildeten den feierlichen Hintergrund für ein ganz besonderes Ereignis: Der Jazzverband BW e.V. feierte sein 40-jähriges Jubiläum. Zum Festkonzert am 12. April 2026 lud der Verband ins Stuttgarter Theaterhaus, wo das Landesjugendjazzorchester (kurz „Lajazzo“) eindrucksvoll unter Beweis stellte, wie lebendig die Szene im Land ist.

Die Kaderschmiede: Zwei Jahre intensive Erfahrung im „Lajazzo“

Der Nachwuchs der JazzmusikerInnen kann nach einer Bewerbung mit Vorspiel im Landesjugendjazzorchester zwei Jahre Erfahrung im Zusammenspiel sammeln. In zwei Arbeitsphasen pro Jahr werden unter der derzeitigen Leitung von Klaus Graf jeweils ca. 10 neue Stücke erarbeitet und im Land in Konzerten präsentiert. Beim Jubiläumskonzert in Stuttgart zeigte sich die Formation in absoluter Höchstform.

Stimmliche Kontraste und ein unerschütterliches rhythmisches Fundament

Mit von der Partie waren auch die Sängerinnen Lola Gewiese, die einen Fado-Song mit poppigen, jugendlicher Stimme darbot. Nelli Koppanyi überzeugte mit jazzig-souligem Stimmklang in Sweet Georgia Brown. Sympathisch und sehr beeindruckend sind neben dem präzisen rhythmischen Zusammenspiel und der Intonationssicherheit des Orchesters die Solos, mit denen sich die MusikerInnen individuell reihum zeigten. Da reichte das Spektrum von zarten gekonnten Versuchen bis hin zu ausgereiften, virtuosen, ausdrucksvollen Klängen. Die Rhythmusgruppe mit Leo Haasis (Piano), Benedikt Birkert (Bass) und Jan Hauff / Hänni Späth (Drums) war dabei das ganze Konzert über eine sichere Bank.

„Mr. Dodo“ und Herbie Hancock: Die musikalischen Highlights des Abends

Eine herausragende Komposition des Abends war Mr. Dodo von Bert Joris mit beeindruckenden Solos von Rafaele Günthner (Posaune) und Lars Krech (Trompete), die im Mittelteil in einem Duo zwischen Trompete und percussivem Schlagzeug und freien Einwürfen zum stark rhythmisierten homophonen Orchestersatz kulminierte – ein interessanter Dialog zwischen Solist und Orchester mit Free-Elementen. Alida Hitzeroth aus der Saxophongruppe übernahm in einem Stück von Herbie Hancock das Dirigat mit pulsierenden, spannungsfreudigen Bewegungen, die auch einen Trompeter aus der letzten Reihe zu fff-Tönen im höchsten Obertonbereich animierte. Als Gäste aus dem Profilager waren zudem Gregor Hübner (Violine), Anne Czichowsky (Vocal) und Christoph Neuhaus (Gitarre) geladen.

Fazit: Ein würdiger Geburtstag, der Hoffnung macht

Es macht Spaß zu sehen, dass es NachwuchsmusikerInnen im Jazz gibt, die sich auf die Arbeit in einer Big Band einlassen. Das Theaterhaus erlebte einen Abend, der das 40-jährige Bestehen des Jazzverbandes nicht nur feierte, sondern auch zeigte, dass man sich um die kommenden Jahrzehnte des Jazz in Baden-Württemberg keine Sorgen machen muss.

Michael Reidick

Portraits von Klaus Graf

Portraits von Anne Czichowsky

Portraits von Christoph Neuhaus

Portraits von Gregor Hübner