The Jakob Manz Project in Tübingen

The Jakob Manz Project am 27. August 2020 in der Panzerhalle Tübingen

Jakob Manz – Altsaxophon
Frieder Klein – Bass
Hannes Stollsteimer – Piano
Paul Albrecht – Schlagzeug

Erdig-lichte Naturschönheit

Tübingen, 27. August 2020

Im Rahmen von Tanks Giving, dem Panzerhallen-Festival im Französischen Viertel, veranstalteten Jazz im Prinz Karl und der Jazzclub Tübingen am 27. August 2020 ein Konzert mit dem Jakob Manz Project.

„Natural Energy“ – so heißt nicht nur der Titel der Debut-CD des Jakob Manz Projects, im Frühjahr 2020 beim Label ACT erschienen, sondern damit kamen die Nachwuchskünstler Jakob Manz (as), Hannes Stollsteimer (p), Frieder Klein (b) und Paul Albrecht (dr) auch in der Tübinger Panzerhalle auf die Bühne. Funky – leuchtend – sphärisch sind die Kompositionen der vier Bandmitglieder getragen von einem schönen und hellen Altsaxophonsound von Jakob Manz (*2001).

Im Eröffnungsstück des Abends „Eyes of Crystals“ (Manz) ergänzen sich sphärische Synthesizerklänge unisono mit erdigen Sxophonlinien vor einer funkigen Kulisse von Bass und Drums, deren Rhythmen an Prog Rock erinnern. Stollsteimers spannungsreiche Komposition „Thunderbird“ macht durch die prominent gesetzte Basslinie ihrem Namen alle Ehre. So grollen und grooven Bass und Keys im ersten Teil im tiefen Register. Der zweite Teil der Komposition beginnt ruhig und weich, Albrecht an den Drums spielt pointiert und gleichzeitig dezent zu den zunächst ruhigen Blockflötenlinien von Manz. Diese Improvisationslinien werden im Verlauf immer ekstatischer, sie versuchen zum Ende hin den harten Beat der übrigen Instrumente, die sich zu einem Crescendo zusammenfinden, in einem aggressiven Duktus energetisch-musikalisch zu überbieten.

Das zweite Set dieses Abends kommt explosiver, elementarer und brillanter daher. In „Splendor of Nature“ (Stollsteimer) verbinden sich poppige Harmonien mit elektronischen Sounds von Wassertropfen, die einen Teppich für klare und erhabene Saxophonlinien in Thema und Improvisation bilden. Dazu gesellen sich lichte Orgelsounds, die das Saxphonspiel von Manz umso mehr featuren. Umso mehr erlebt man als Hörer*in, so wie schon der Titel des Stückes treffend heißt, eine fulminante Hommage an die Kraft und Schönheit der Erde.

Mit der Komposition „Endless Space“ (Manz) entlässt das Jakob Manz Project die Zuhörer*innen in den Abend, energetisch, groovy und fulminant – man möchte eigentlich nicht nur hören. Man möchte tanzen.

Anna Ohlmann

Unser Konzertbericht: The Jakob Manz Project in der Zehntscheuer Rottenburg