Teddy Swims bei den jazz open stuttgart 2026
Der Sänger Teddy Swims am Schlossplatz in Stuttgart
Teddy Swims -voc
Addy Maxwell – Guitar
Jesse Hampton – Guitar
Christian Griswold – Bass
Dre Hemby – Drums
Jairus Hardge – Keys
Devin Velez – Background Vocalist
Miles Richardson – Background Vocalist
Kyana Fanene – Background Vocalist
Stuttgart, 7.7.2026
Der tätowierte Bär und der Kontrollverlust
Als das Programm der Jazz Open im letzten November veröffentlicht wurde wunderten sich einige der regelmäßigen jazz open Besucher über den Programmpunkt am zweiten Schlossplatztag. Teddy Swims, wer ist das denn? Schnell gegoogelt und man musste feststellen, dass der 34-jährige amerikanische Sänger ein Superstar ist, der mit seinem Hit „Lose Control“ die Nr.1 der Billboard Hitliste erreichte und 112 Wochen in den Charts verweilte, länger als jeder andere Song zuvor. Im Streaming hat der Song inzwischen knapp 2,5 Milliarden Aufrufe erreicht. Swims der mit bürgerlichem Namen Jaten Dimsdale heißt, begann mit 2019 mit Coverversion bekannte Songs und verschaffte sich durch hohe Anklickzahlen und nicht zuletzt mit seiner markanten Stimme die Aufmerksamkeit diverser Plattenfirmen. 2020 wurde er von Warner Music unter Vertrag genommen. Ab dieser Zeit ging es immer steiler aufwärts, neben den vielen Hits die er in den letzten Jahren produzierte, füllt er inzwischen riesige Hallen mit seinen Live-Auftritten.
Die imposante menschliche „Gemäldegalerie“ zeigt Feeling
Man durfte gespannt sein ob der komplett tätowierte und gepiercte Sänger den Erwartungen gerecht wird und ob ein paar Hits eine ganze Show tragen. Doch es war schon nach wenigen Minuten klar, dass die jazz open Veranstalter wieder das richtige Händchen hatten und mit solch einem Künstler die Lücke zwischen Pop, Soul, Rock und Jazzmusik schließen können und Menschen auf den Schlossplatz bringen, die noch nie zuvor bei dem Festival zugegen waren. Ein ausverkauftes Haus, ein wie immer perfekt austarierter Sound gepaart mit einer unwahrscheinlich wandlungsfähigen Stimme, die von einer formidablen Band begleitet wird, was will man mehr. Es werden vom ersten Ton an im Publikum und auch auf der Bühne Emotionen entfacht und Swims ist regelrecht gerührt von der Begeisterung die ihm von den über 7000 Fans entgegenschwappt. Er wirkt fast sprachlos und verschämt über so viel Herzenswärme aus dem Publikum. Und dann traut er sich auch noch an eine gewagte Coverversion von Van Halens Superhit „Jump“ und das ist wirklich ein Risiko. Doch der Song der sich ziemlich nahe am Original orientiert, kommt mit solch instrumentaler Wucht von der Bühne, dass man gar nicht anders kann als die vier Minuten mit zu springen zu „jumpen“.
Hoffnung, Herzschmerz und Seelenpein imposant präsentiert
Der 33-jährige US-Amerikaner zeigt entgegen seiner optischen Erscheinung, die einem suggerieren könnte jetzt sitzt er gleich auf eine Harley und singt „Born to be wild“, das Gegenteil eines harten Rockers. Man wird sofort gefangen genommen von der mal kraftvoll, souligen Stimme und anderseits berührt der das Publikum wieder mit zarten, nahezu zerbrechlichen Tönen. Alles wirkt authentisch, wahrhaftig und grundehrlich, keine aufgesetzte Performance, so wie bei vielen anderen amerikanischen Interpreten in der Musikszene. Man nimmt ihm zu hundert Prozent ab was er singt, denn seine Texte, die strahlen eine Ehrlichkeit aus und werden mit dieser unverwechselbaren Stimme präsentiert, die Gänsehaut erzeugt. Die Bandbreite des Sounds ist enorm, von Rock, Gospel, R&B, Pop und Souleinflüssen wird alles in ein musikalisch perfekt vermengtes Konglomerat verarbeitet. Wenn er auch optisch nicht den Soulsängern vergangener Tage entspricht, seine Songs funktionieren und begeistern ohne Wenn und Aber. Den Abschluss des ergreifenden und beeindruckenden Abends, bestreitet, wie soll es auch anders sein, der Millionenhit „Lose Control“. Und der wird aus tausenden von Kehlen in den Stuttgarter Nachthimmel gesungen, so dass der Sänger emotional nochmal gegen Schluss der 90 Minuten fast die Kontrolle verliert. Ein wirklich erwähnenswertes Konzert im sommerlichen Glutofen des Stuttgarter Kessels.
Harald Kümmel
Schauen Sie in den nächsten Tagen wieder vorbei – auf diese ersten Konzertfotos folgen noch viele weitere.
Hier gehts zurück zur jazz open stuttgart 2026 Fotogalerie



