Gastbeitrag

Hanke Brothers – New Classical Music Festival – Stadthalle Sindelfingen 2026

Fotos des Auftrittes und Konzertreview

Hanke Brothers New Classical Music Festivals Stadthalle Sindelfingen 2026
Hanke Brothers New Classical Music Festivals Stadthalle Sindelfingen 2026

Im Rahmen des New Classical Music Festivals gaben die Hanke Brothers ihr Stelldichein

Sindelfingen, 4.10.2026. Am Sonntag vor vollem Haus haben die Sindelfinger Fab Four einmal mehr den Puls des Publikums getroffen. Längst gelten die die Konzerte der Hanke Brothers als ein besonderes Bonbon in der regionalen Veranstaltungsszene.

Ausverkauftes Haus – Die Konzerte der Hanke Brothers scheinen inzwischen ein Selbstläufer zu sein. Über die vergangenen neun Jahre haben sich die vier Brüder aus Sindelfingen einen Bekanntheitsgrad erarbeitet, dessen Früchte sie nun zurecht genießen dürfen. Rund 1000 Besucher wollten sich ihr Konzert nicht entgehen lassen.

Hanke Brothers auf der Bühne der Stadthalle Sindelfingen 2026
Hanke Brothers New Classical Music Festival Stadthalle Sindelfingen 2026

„Wir haben auch Besucher aus ganz Deutschland ausgemacht“, sagt Blockflötist David Hanke. „Wenn man neue Formate ausprobiert kann man offensichtlich viele Leute erreichen. Unser Anliegen ist es, zahlreiche Facetten sichtbar zu machen und damit auch musikalisch Vielfalt statt Abgrenzung zu leben“, fügt er hinzu. Das Programm ist mit „Puls“ überschrieben und darum geht es, über das Musikalische hinaus, auch gesamtgesellschaftlich in dieser oft wirren Zeit, ist er überzeugt. Konzerte und Kultur können einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

„Finanziell und organisatorisch ist dieses Festival ein Riesenbrett. Aber das Zusammenkommen über die Musik lohnt jeden Aufwand und die Publikumsresonanz gibt uns recht“, zeigt er sich glücklich und zufrieden, was den Verlauf der dritten Auflage dieses Festivals anbetrifft, bei dem über zwei Wochen lang ausgezeichnete Konzerte auf dem Programm standen.

Genre-Einordnung: Fehlanzeige

Stilistisch war auch das „Puls“-Konzert kaum in gewohnte Schemen einzuordnen. Alleine schon die Lightshow und Verstärkungstechnik grenzte sich von üblichen Klassik-Konzerten deutlich ab. Die ersten Noten erreichen das Publikum von einer abgedunkelten Bühne, die takt- und punktgenau illuminiert wurde. „Flanky Groove Original“, komponiert vom Pianisten Jonathan Hanke, sorgte wie ein Sonnenaufgang für einen strahlenden Beginn des Abends. Dynamik, Tempoverschleppungen, häufige Instrumentenwechsel und hohe Spielkunst sind Kennzeichen dieses Quartetts. Das wurde bereits an dieser Stelle angedeutet. Tubist Fabian Hanke spielt auch Violine und Flötist David Hanke hatte rund 16 Blockflöten von Bass bis Sopranino am Start. In „Mücke und Elefant“ dürfen sich mit Sopranino und Tuba das kleinste und größte Instrument miteinander unterhalten.

Immer wieder gaben die Hankes auch ein paar Inputs zum Thema Puls, ob wissenschaftlich fundiert oder auch humoristisch, wie es Fabian augenzwinkernd zum Besten gab: „Warum darf man Künstlern kein Cola und kein Bier verabreichen? Weil sie sonst kolla-bieren – Puls adé“. Schenkelklopfer beim Publikum und ohren- wie augenscheinlich ein Stimmungsbooster, wenngleich die Musik selbst für Entspanntheit, Harmonie und damit für einen gemeinsamen Puls sorgte.

Ungewöhnliche Duette – jazzige und rockige Noten

Die Besonderheiten des Abends waren sicherlich auch eingestreute Duette von Flöte/Tuba, Flöte/Bratsche (Lukas Hanke) oder auch ein berührendes Pianosolo von Jonathan, das bisweilen an den Jazzpianisten Keith Jarret erinnerte. Und schließlich „Puls“ von Jonathan Hanke: Das Publikum wurde mit drei verschiedenen Melodien in das Stück miteinbezogen, sodass der ganze Saal Musik pur war. Der gemeinsame Puls war geschaffen und wurde im Anschluss frenetisch beklatscht. Im nachfolgenden „Karambo“ (Christoph Reuter) ging es tendenziell (jazz-)rockig zu. Bratschist Lukas betätigte mit der Hacke eine Bassdrum, während Fabian die Antwort mit einer Fußmaschine gab, die einen Snaredrum-Sound erzeugte.

Hanke Brothers am Ende des Konzertes in der Stadthalle Sindelfingen 2026
Hanke Brothers am Ende des Konzertes in der Stadthalle Sindelfingen 2026

„Tuba on the beach“ (C. Reuter) begeisterte mit Tuba, Piano und Cajon, vortrefflich von Lukas mit Schlagzeugbesen gespielt. Nach „Pulsierendes Finale“ (Jonathan Hanke) war natürlich noch lange nicht Schluss. Ohne Zugaben durfte die Fab Four nicht abtreten. Besucher Jürgen Pöss aus Sindelfingen resümierte: „Hochwertige Musik, die man sonst nirgendwo hört! Das war ein einmaliges Erlebnis. Besonders haben mir die Fülle der Harmonien gefallen, die Choreographie, sowie die Illumination und die perfekte Abstimmung“

Text und Fotos Bernd Epple

Link zum New Classical Music Festival