Danielsson – Parricelli – Pohjola im Sudhaus Tübingen 2026
Lars Danielsson, bass
John Parricelli, guitar
Verneri Pohjola, trumpet
Tübingen, 28. 1. 2026
Kammerjazz-Magie in Tübingen: Danielsson, Parricelli & Pohjola
Die Zusammenarbeit zwischen dem schwedischen Bassisten, Cellisten und Produzenten Lars Danielsson und dem britischen Gitarristen John Parricelli währt schon Jahre. Mit ihrem Projekt „Liberetto“ waren sie bereits 2024 zu Gast beim Landesjazzfestival in Tübingen. Neu im Bunde ist nun der finnische Trompeter Verneri Pohjola – Parricelli und Pohjola trafen sich das erste Mal im Zug nach Bordeaux.
Genau dort, im legendären Weingut Château Palmer inmitten der Weinreben, fand die viertägige Aufnahmesession für ihr gemeinsames Album „TRIO“ (erschienen bei ACT) statt. Danielsson sagt über die Philosophie hinter den Kompositionen:
„Ich fühlte mich für dieses Projekt sehr zu einem Song-Format hingezogen. Dafür brauchte ich eine Stimme – und Verneri Pohjolas Trompete schien mir wie geschaffen. Wir wollten nicht, dass jeder bei jedem Stück ein Solo spielt, sondern uns auf das Wesentliche der Melodie konzentrieren.“
Vom französischen Schloss in den Tübinger Sudhaussaal
Eingeladen von Jazz im Prinz Karl und dem Sudhaus Tübingen, präsentierten die drei Musiker nun ihre Musik live. Obwohl der große Sudhaussaal optisch wenig mit den holzgetäfelten Sälen eines alten Schlosses gemein hat, brachten die Musiker die intime Atmosphäre des Châteaus direkt mit auf die Bühne.
Danielssons melodischer, warmer Ton ist unverkennbar und tief von seiner klassischen Ausbildung geprägt. Im Zusammenspiel mit Parricellis lyrischem Gitarrenspiel und Pohjolas außergewöhnlicher Trompete entstand eine geradezu feierliche Stimmung. Besonders beeindruckend: Pohjola entlockte seinem Instrument Töne, die mal wie ein weiches Flügelhorn, dann wieder fast wie eine flirrende Flöte klangen.
Das Programm bestand größtenteils aus Danielssons Feder, wurde aber durch Beiträge von Pohjola („Peu d’amour“) und Parricelli („Lacour“) perfekt ergänzt. Das Publikum war so hingerissen, dass es nach der ersten Zugabe sofort eine weitere forderte. Man merkte im Saal: Niemand mochte aus diesem musikalischen Traum so recht erwachen.
Rainer Ortag
Portraits von Lars Danielsson
Portraits von John Parricelli












