Aktuell

Joo Kraus – Alchemy

Blick nach vorn statt Rückschau: Joo Kraus feiert 60. Geburtstag mit neuem Album

Joo Kraus - Alchemy

Joo Kraus – trumpet, vocals, percussion, fx 
Ralf Schmid – piano 
Veit Hübner – bass 
Torsten Krill – drums, percussion 

Veröffentlichung 2.10.2026

Die Essenz der Alchemie: Vier Freunde, ein Sound

Im Oktober 2026 feiert der renommierte Multiinstrumentalist Joo Kraus seinen 60. Geburtstag – doch statt eines nostalgischen Rückblicks präsentiert er mit seinem neuen Album „Alchemy“ (erscheint bei frimfram) ein konsequent zukunftsorientiertes Werk. Gemeinsam mit seinen langjährigen Weggefährten Ralf Schmid, Veit Hübner und Torsten Krill verwandelt er jahrzehntelange Erfahrung und tiefes blindes Vertrauen in einen warmen, energiegeladenen Bandsound. Das Album bewegt sich fließend zwischen Jazz, Groove und subtilen Pop-Anklängen.

Joo Kraus - Alchemy - Foto: Chris Marquardt
Joo Kraus – Alchemy – Foto: Chris Marquardt

Joo Kraus blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Bereits mit 19 Jahren gewann er den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und sammelte danach fünf Jahre lang wichtige Bühnenerfahrung in der Elektro-Rock-Band „Kraan“. Anfang der 1990er-Jahre setzte er gemeinsam mit Hellmut Hattler als Hip-Jazz-Duo „Tab Two“ bahnbrechende Akzente, indem sie Rhythmen und Effekte aus dem Computer integrierten. Das Duo erlangte weltweiten Einfluss und spielte Tourneen in Europa, Asien und den USA. In den Folgejahren profilierte sich Kraus als Songwriter, experimentierte im ältesten Tonstudio Havannas und interpretierte Songs von Michael Jackson neu. Seine künstlerische Klasse brachte ihm zwei Grammy-Nominierungen, den Echo Jazz als bester deutscher Trompeter sowie fünf German Jazz Awards in Gold ein. Ob im Zusammenspiel mit internationalen Größen wie Omar Sosa und Paula Morelenbaum oder in eigenen Projekten: Sein unverwechselbarer Trompetenton bleibt stets bescheiden, kraftvoll und von einer sensiblen Achtsamkeit für seine Mitmusiker geprägt.

Joo Kraus - Alchemy - Foto: Chris Marquardt
Joo Kraus – Alchemy – Foto: Chris Marquardt

Ein Album wie ein Labor: Spontane Magie im Studio

Genau diese Qualitäten spiegeln sich in „Alchemy“ wider. Der Albumtitel ist Programm: Wie die Kunst der Alchemie aus einfachen Elementen etwas Kostbares schafft, so formt das Quartett aus rohen musikalischen Ideen ein tiefgründiges Klangbild. Der Entstehungsprozess im Studio war von Spontaneität geprägt. Jeder Musiker steuerte Skizzen bei, die innerhalb weniger Tage zu eigenständigen Kompositionen heranwuchsen. Durch das tiefe Vertrauen der Musiker untereinander fließt die Musik völlig frei und organisch, ohne sich beweisen zu müssen.

Stilistisch spannt das Album einen weiten Bogen. Die moderne, rhythmische Dynamik erinnert an Künstler wie Vulfpeck und Cory Wong, während gleichzeitig die urbane Jazz-Funk-Energie im Geiste von Weather Report spürbar bleibt. Dabei zeigt sich die Band extrem wandlungsfähig und balanciert mühelos zwischen unterschiedlichen Stimmungen. Das Stück „Santa Barbecue“ etwa transportiert warme Westcoast-Vibes und erzeugt Sehnsucht. Im Gegensatz dazu beleuchtet „Screwed Up“ das Scheitern von Beziehungen mit einer gehörigen Portion bissigem Humor und Selbstironie. Einen energetischen Höhepunkt bildet der Track „Burnermässig“, der die Brücke zwischen den Epochen schlägt: Er verbindet den Geist des traditionellen Hard Bop mit modernen Grooves und einer Sample-Ästhetik der 1990er-Jahre.

Bereit für die Bühne: Die Release-Tour 2026/2027

Alchemy“ ist ein zutiefst lebendiges Album, das seine volle Kraft vor allem durch die Interaktion im Moment entfaltet. Um diese unmittelbare Nähe spürbar zu machen, bringt die Band das neue Material auch auf die Bühne. Eine umfassende Release-Tour zum Album ist für den Herbst 2026 sowie für das Jahr 2027 geplant. Das Album beweist eindrucksvoll, dass gewachsene Freundschaft und musikalische Offenheit die besten Zutaten für einen Sound sind, der voller Vorfreude nach vorne blickt.

Joo Kraus - Alchemy - Foto: Chris Marquardt
Joo Kraus – Alchemy – Foto: Chris Marquardt

Portraits von Joo Kraus

Veit Hübner

Ralf Schmid