Ralf Illenberger Band im Pavillon Sindelfingen 2025

Ralf Illenberger (Gitarre)
Sandro Gulino (E-Bass)
Jochen Spahr (Schlagzeug)
Sindelfingen, 8.11.2025
Ein klangverliebter Gitarrero lässt sich feiern
Die Ralf Illenberger Band füllt die (IG Kultur-)Hütte und die Besucher schwelgen in den Klangmalereien einer 70er Jahre-Gitarrenikone
Das Duo Kolbe & Illenberger machte 1978 mit ihrer Debut-LP Waves erstmalig auf sich aufmerksam. Die Scheibe wurde für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert und die beiden Gitarristen Martin Kolbe und Ralf Illenberger schienen mit ihren akustischen Klangmalereien in eine Nische gestoßen zu sein, die den Puls vieler junger Gitarrenfreaks traf. Heute, fast 50 Jahre später, ist Illenberger nach zahlreichen musikalischen und geografischen Stationen zurück. Wolfgang Dauner, Eberhard Weber und Büdi Siebert waren nur einige seiner populären Wegbegleiter und nach 25 Jahren Arizona ist er wieder im Ländle angekommen.

Am 8. November im Sindelfinger Pavillon, wo er mit Sandro Gulino (E-Bass) und Jochen Spahr (Schlagzeug) seine Kunst zum Besten gab. Der Abend begann mit schwebendem echoverzierten laid back-Fingerpicking, woran sich auch in der Folge wenig ändern sollte. Den überwiegend älteren Besuchern gefiel’s, durfte man doch in alten Zeiten schwelgen, die von Aufbruchstimmung und bisweilen auch durch Musikkonsum mit entsprechenden „Rauchwaren“ geprägt war.

Zahlreiche Alben hat der klangverliebte Protagonist in den vergangenen Jahrzehnten aufgenommen und sowohl bekannte Titel daraus wie „Rocks“, „Cosmic Boogie“ oder „Horizons“, sowie neue Kompositionen aus der CD „Elements“ mit seiner einfühlsamen Band vorgetragen. Drummer Jochen Spahr, der für den erkrankten Robert Wittmaier eingesprungen war, fügte sich nahtlos in die Illenberger-Musik ein und Bassist Sandro Gulino glänzte mit genialen Melodieführungen, die es fast schafften, ein Lead-Instrument vergessen zu machen.

Illenbergers Klangcollagen in Ehren, dennoch hätte ein Saxophon, eine Geige oder jedwelches Soloinstrument das Klangspektrum sicherlich noch aufgewertet. So blieben die hallunterstützten Fingerpicking-Tracks fast austauschbar. Wer jedoch exzellentes Gitarrenhandwerk und ein langes Entspannungsbad in Klangkaskaden suchte, war an diesem Abend am richtigen Platz!
Bernd Epple
Direkt zum Pavillon Sindelfingen
