Gastbeitrag

Lehel‘s AckerBlümlein mit Viviane de Farias im Jazzclub Leonberg 2025

Lehel‘s AckerBlümlein mit Viviane de Farias im Jazzclub Leonberg 2025
Viviane de Farias, Werner Acker

Viviane de Farias – Gesang
Peter Lehel – Saxofone
Werner Acker – Gitarren
Dirk Blümlein – Bass
Herbert Wachter – Schlagzeug

Leonberg, 4.12.2025

AckerBlümlein frieren nicht!

Volles Haus, eine gut aufgelegte Band und strahlende Gesichter

AckerBlümlein frieren nicht – auch wenn’s draußen kalt ist. Uns schon gar nicht im Jazzclub Leonberg, wo am 4. Dezember die brasilianische Sonne schien. Viviane de Farias bezauberte nicht nur mit ihrer facettenreichen Stimme, sondern mit ihrer Moderation und einem Lächeln, das triste Stimmungen einfach wegschmelzen ließ. Die in Ipanema aufgewachsene Sängerin zählt mittlerweile zu den profiliertesten brasilianischen Stimmen Europas und ist in vielen Genres zuhause. Neben ihrem Opernstudium an der Karlsruher Musikhochschule widmete sie sich dem Chanson, dem Kunstlied, zeitgenössischer Musik und den Jazzstandards. Der Kosmos der brasilianischen Musik, vornehmlich Samba und Bossa Nova, ist tief in ihrem Herzen verankert und so erscheint es nur logisch, um „back to he roots“, ihrer Leidenschaft zu frönen.

Lehel‘s AckerBlümlein mit Viviane de Farias im Jazzclub Leonberg 2025
Viviane de Farias, Werner Acker

Die Wahlkarlsruherin mit ihrer kraftgeladenen und zugleich flexiblen, feinfühligen und zarten Vokalkunst kennt die Karlsruher Saxophon-Ikone Peter Lehel schon lange Zeit (Musikhochschule) und entsprechend harmonierten diese Beiden auch in Leonberg. Der mit allen (Gitarren-) Wassern gewaschene Werner Acker und die ebenfalls vielseitigen Spielkameraden Dirk Blümlein und Herbert Wachter versprachen einen energiegeladenen brasilianischen Abend.

Lehel‘s AckerBlümlein mit Viviane de Farias im Jazzclub Leonberg 2025
Dirk Blümlein, Herbert Wachter, Peter Lehel, Viviane de Farias, Werner Acker

Antônio Carlos Jobim bis Sérgio Mendes

Chega De Saudade, Corcovado, Felicidade, Agua De Beber oder Berimbau – allesamt aus der Feder Antônio Carlos Jobims und in wunderschönen Werner Acker- Arrangements vorgetragen, waren sicherlich die Schwerpunkte des Abends; aber auch die Luiz Bonfá- Nummer Orfeo Negro, Tico Tico (Zequinha de Abreu) oder Mas Que Nada (Sérgio Mendes) erstrahlten in neuem Glanz.

Lehel‘s AckerBlümlein mit Viviane de Farias im Jazzclub Leonberg 2025
Dirk Blümlein, Herbert Wachter

Hervorzuheben: Der stimmgewaltige Unisono-Scat Viviane de Farias‘ mit Peters Lehels Tenorsax bei Felicidace und ein relativ rockiges Arrangement von Berimbau, bei dem Bassist Blümlein und Gitarrist Acker nahezu abzuheben schienen – wie auch das frenetisch klatschende Publikum. Das exzellente polyrhythmische Drumsolo von Herbert Wachter bei Mas Que Nada wurde begeistert umjubelt und die Besucher durften „Ô ária rajô – Obá Obá Obá“ mitsingen, was für Bombenstimmung sorgte. Doch damit nicht genug. Das inzwischen fast schon als Weihnachtsschnulze verkommene Feliz Navidad (José Feliciano) diente als weitere Mitsingaktion; allerdings in einem Arrangement, das so gar nichts mehr mit Schnulze zu tun hatte.

Lehel‘s AckerBlümlein mit Viviane de Farias im Jazzclub Leonberg 2025
Herbert Wachter, Peter Lehel

I wish you a merry Christmas from the bottom of my heart” hätte nicht gefühlvoller und ehrlicher rüberkommen können! Die Dynamik und Ausstrahlung die Viviane  de Farias mitbrachte ging auf die gesamte Formation über und kam letztlich beim Publikum so gut an, dass unter zwei Zugaben nichts ging. Jobims gefühlvolles How Intensitive und der nicht weniger emotionale mexikanische Gassenhauer Bésame Mucho (Consuelo Velázques) bildeten den Abschluss eines Latin-Abends, der einfach nur rund und in Freude getaucht war.

Bernd Epple

Portraits von Peter Lehel

Portraits von Werner Acker

Portraits von Dirk Bluemlein