Gastbeitrag

Die Ull Möck mit Band in der Zehntscheuer Schönaich 2026

Ull Möck an Pianos mit Beatles go Blue Note in der Zehntscheuer Schönaich 2026
Ull Möck

Ull Möck (Piano & Keys)
Axel Kühn (Bass)
Michael Kersting (Drums)
Lilly Thornton (Vocals, Special Guest)

Ull Möck Band feat. Lilly Thornton mit Beatles go Blue Note

Nach zweijähriger Zusammenarbeit mit der Musikschule Schönaich setzt die Kontrabassistin Judith Goldbach künftig mit dem neu gegründeten Verein die „Jazz in der Zehntscheuer“-Veranstaltungen fort. Zum Start legte der Pianist Ull Möck mit seinem Trio und der Gastsängerin Lilly Thornton ein Beatles Programm auf. Doch wehe wenn sie freigelassen – von den Beatles blieben oft nur die Melodieführungen übrig

Am 13. Juni waren wieder jazzige Töne in der Schönaicher Zehntscheuer zu vernehmen. Jazzig – auch wenn die Kompositionen der Beatles den musikalischen Stoff dafür lieferten. „Beatles Go Blue Note“ nennt der Stuttgarter Jazzpianist und Arrangeur Ull Möck dieses Programm. Warum aber lässt sich ein Jazzer von den Fab Four inspirieren? „Die Beatles sind immer noch meine Lieblingsband“ äußert sich Möck hierzu. Mit eigenen Bearbeitungen will er sich vor deren Werk verneigen. Seiner Ansicht nach lassen sich die Kompositionen dieser Giganten der Popmusik hervorragend in den Slang des Jazz und Souljazz der 50er- und 60er Jahre übersetzen – ein Stil, der bis heute zeitlos und innovativ erscheint.

Verneigung vor dem Werk der Fab Four

Gemeinsam mit namhaften Weggefährten nahm er das Publikum auf eine besondere musikalische Reise mit. Mit an Bord waren die Landesjazzpreisträger Axel Kühn (Kontrabass) und Michael Kersting (Schlagzeug), sowie die amerikanisch/schweizerische Sängerin Lilly Thornton. Die Vereinsvorstände Judith Goldbach und ihr Mann, Saxophonist Andreas Francke, waren über die zahlreichen Gäste sichtbar erfreut und bedankten sich, dass Jazz in Schönaich so gut angenommen wird. „Drive My Car“ hieß es dann gleich nach dem Opener und die Musiker hatten gerne im Zehntscheuer-Mobil Platz genommen, um für rund zwei Stunden ihr Publikum mit pfiffigen Arrangements zu beglücken. Easy Going-Music mit funky anmutendem Mittelteil, ein melodiös bluesiges Basssolo und nach anfänglicher Zurückhaltung schließlich ein paar Drumfiguren Kerstings, bei denen Ringo vermutlich staunend den Mund weit aufgesperrt hätte. Ein „Ticket To Ride“ musste Lilly Thornton sicherlich nicht lösen um das Trio zu ergänzen.

Zahlreiche Zungenschnalzer

Sie kam, sah und siegte mit einer facettenreichen bluesigen Stimme, die mit exzellenten Tremoli tief unter die Haut ging. „A Day In The Life“ waren bei Ull Möck wohl mehrere Tage während der Corona-Zeit, die er dazu nutzte Beatles-Nummern so zu arrangieren, dass so manche Zungenschnalzer-Momente entstanden. Mit dem Bösendorf-Flügel und einer Hammond SK 1 zauberte er wunderbare Klangflächen, jazzige Harmonieunterlagen zu bekannten Beatles-Melodien und innovative Soli. „Come Together“ würde wunderbar in die heutige Zeit passen, meinte Möck. Dazu ein Basssolo, bei dem Kühn mit freudig springender Leichtigkeit über alle Lagen hüpfte. Der bei den Beatles etwas zu kurz gekommene George Harrison wird wohlwollend aus dem Musikerhimmel geschaut haben als sein „Within You Without You“, von indischen Harmonien durchdrungen, aufs Allerfeinste interpretiert wurde. Kühns singender Bass steuerte das Seine dazu bei.

Szenenapplaus für innovative Soli

Anerkennender Szenenapplaus gab es für Möcks perkussives Pianosolo bei einer „very jazzy version“ von „ A Hard Days Night“ und beim nachfolgenden „Can’t Buy Me Love“ ließ man es zur Erholung erst mal ruhig angehen. Doch der treibende Beat linste schnell wieder um die Ecke; mit einem Pianosolo, ein wenig im Stile McCoy Tiners und einem mit allen Finessen gespickten Drumsolo. Eine sichtlich und hörbar gut gelaunte Combo durfte sich nach diesem letzten Stück des Abends natürlich noch nicht in den wohlverdienten Feierabend zurückziehen. Eine weitere Harrison-Nummer begann balladenartig mit Stimme und Piano um dann doch noch zu explodieren. „Something“ geriet dabei in die Spiritual -Patterns einer Black Church und wurde dementsprechend auch „very black“ von Thornton interpretiert. Doch damit noch nicht genug. „Now And Then“, wohl der letzte Song der Beatles in den 70ern, sollte noch als Betthupferl dienen und traf mit gefühlvollen Harmonien und einfühlsamem Bass direkt ins Herz.

Die Ull Möck Band mit Beatles go Blue Note in der Zehntscheuer Schönaich 2026
Die Ull Möck Band

Jazz in der Zehnscheuer“ lieferte einen bemerkenswert schönen Auftakt zur Vereinsgründung – so darf es weitergehen! Mit dem Pianisten Olaf Polziehn und dem Saxofonisten Jochen Feucht wird es am 17. Oktober sicherlich keinen Qualitätseinbruch geben.

Eine Beatles-Trilogie (Vol. 1-3) mit dieser Formation sowie eine Beatles Piano CD (Across The Universe) sind direkt bei Ull Möck erhältlich: ullmoeck@gmx.de

Bernd Epple

Portraits von Ull Möck

Portraits von Axel Kühn

Portraits von Michael Kersting